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    Gastkommentar

    11. März 2012

    Da ich heute nicht viel Lust hatte, über das Wochenende zu schreiben, hat sich meine Schwester bereit erklärt, einen Gastbeitrag zu verfassen. Sie ist in Berlin als Kampfrichter im Einsatz:

    Es ist schon ein paar Jahre her, so nahe bei einem Wettkampf dabei gewesen zu sein. Los ging es mit der üblichen Anwesenheit Stunden vor dem Start, um nicht zu spät zu sein. Begrüßung alter Bekannter an jeder Ecke, da immer die gleichen loyalen Ehemaligen kommen. Freude beim Anblick der beleuchteten Eisbahn. Mütze aufsetzen, bevor der Trainer es sieht. Schon läuft mir Jenny über den Weg auf der Suche nach ihrem Transponder: Berlin, die zweitälteste Eishalle der Welt, ist in der Gegenwart angekommen: mit Bewegungssensoren in der ganzen Halle für eine sportwissenschaftliche Auswertung. Der Transponder, ein smartphonegroßes Gerät mit Micky-Maus-Antennen, wird am Rücken festgetaped, Laufanzug drüber und los gehts aufs Eis. Man würde meinen nach zwei Jahrzehnten Wettkampf wäre man nicht mehr nervös. Aber je näher das Paar rückt um so nervöser werde ich. Sprecht mich bloß nicht an! Nach 38s plus/minus ist der Lauf vorbei, irgendwo läuft noch ein letztes Paar, und man kann wieder normal atmen. Der Vorteil von so einer freiwilligen Arbeit: man kommt in jedes abgesperrte Gebiet. Ein paar Worte mit Jenny gewechselt und schon sprintet sie wieder los. Ups, Siegerehrung. Und ich muß dann auch weiter arbeiten. Ab dann schaue ich mir einen interessanten Wettkampf an und freue mich für die Platzierten und über die Bestzeiten. Irgendwann gehen die neuen Lichter aus, ich verlasse die Halle, setze die Mütze wieder ab und mache mich auf den Weg zu Jenny. Wo mich neben einer Couch, Fussball und gutem Essen, die Aufgabe einen Gastartikel zu schreiben erwartet.